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Bauch, Kopf, Bauch

 
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Fotos:  Ana Santl

Fotos: Ana Santl

„Links, rechts, und wieder links - Wenn alles frei ist, kannst Du hinübergehen.“
Zuerst links - das ist näher dran. Wenn links nicht frei ist, musst Du sowieso warten.
Dann ist es ganz egal, was rechts passiert oder wie frei der Weg dort ist.
Zuerst musst Du links gucken.
Erst wenn dort alles okay ist,  du die Situation erfasst hast, dann rechts.
Mit dem Blick nach rechts siehst du ein Stück weiter nach vorne.
Auch das ist wichtig.

Das hilft zu vermeiden, dass Du inmitten der Straße stehst und überrascht wirst.
Du hättest es kommen sehen, wenn du aufmerksam gewesen wärst. 
Und dann wärst Du vielleicht noch einen Augenblick stehen geblieben,
hättest gewartet, bis die Gefahr vorüber ist.
Oder du hättest dich beeilt, wärst ihr zuvorgekommen.
Also, nach rechts gucken ist wichtig.

Links, rechts, -
und dann noch einmal links. (Das ist wichtig.)
Denn auch da kann Etwas gekommen sein, schnell und unerwartet.
Etwas, das Du nicht erahnen konntest, nicht hast kommen sehen.
Die Dinge können sich geändert haben, während Du nach rechts geguckt hast.
Während Du auf Nummer sicher gegangen bist, einen Schritt weiter nach vorne geblickt hast.
Du musst in jedem Fall noch einmal nach links gucken. Das ist wichtig.

Augen auf im Straßenverkehr. Augen auf.
Augen auf heißt wach sein, heißt wachsam sein - achtsam sein.
Augen auf heißt gucken, heißt beobachten, heißt verinnerlichen.

Augen auf im Straßenverkehr. Links, rechts, links.
Können wir. Haben wir gelernt. Tun wir automatisch.
Kinderleicht.

Was wir jetzt lernen, ist neu:
Bauch, Kopf, Bauch.
Aber das Prinzip ist das Gleiche.

„Links, rechts, links“, sagt Papa, nimmt meine Hand und hält sie fest, während wir die Straße überqueren.
„Bauch, Kopf, Bauch“, flüstere ich, stupse mir gedanklich auf die Schulter und mach’ es einfach.
Federleicht.

JournalEva Burdack