Mallorca Im November

 

– eine Postkapsel

Mallorca an einem Novemberwochenende fühlt sich mild an.
Mild, als wir den Flughafen verlassen, die dicken Winterjacken unterm Arm und den Schal nur lose über die Schulter gelegt. 16 Grad – wie Ferien.

Mallorca an einem Novemberwochenende fühlt sich gemütlich an.
Gemütlich, als wir unsere Fincas beziehen und im Wohnzimmer zusammensitzen. Gemeinsam gemütlich.

Mallorca an einem Novemberwochenende fühlt sich frisch an.
Frisch, als wir spätabends in den Pool springen. Ganz kurz nur, weil November ist. Und trotzdem – auch wenn November ist.

Mallorca an einem Novemberwochenende fühlt sich friedlich an.
Friedlich, als wir am Samstagmorgen im Mietwagen über sich schlängelnde Straßen zum Strand fahren; dem Tag entgegen fahren. Noch mehr schlängelnde Straßen und eine noch schlafende Insel. Schüchternes Sonnenlicht.

Mallorca an einem Novemberwochenende fühlt sich natürlich an.
Natürlich, als wir barfuß durch Zitronengärten gehen, barfuß über den Tennisplatz schlendern. Als wir barfuß Esel begrüßen, Hühnern „Guten Tag“ sagen. Die Kamera und eine Orange in der Hand.

Mallorca an einem Novemberwochenende fühlt sich erwartungsvoll an.
Erwartungsvoll, als wir den Berg hinauf fahren. Zahllose Wendungen, sattes Grün. Bäume, Sträucher, Tiere. 728 Meter.

Mallorca an einem Novemberwochenende fühlt sich bewegend an.
Bewegend, als wir regungslos auf den Felsstücken sitzen; uns nicht von der Stelle rühren. Als wir erst den Himmel, dann glühende Bergspitzen und wieder den Himmel ansehen - farbenfroh und faszinierend. Einander ansehen. Fassungslos und fasziniert. Bewegt.

Mallorca an einem Novemberwochenende fühlt sich dankbar an.
Dankbar, als Pizzen serviert werden. Eine nach der anderen.
Dankbar, dicht beieinander auf der Couch. Kurzfilme ansehen. Gemeinsam.
Dankbar, als wir müde ins Bett fallen. Frisch geduscht, glücklich.
Dankbar.

 
JournalEva Burdack