AtlasEva Burdackdeutsch

Namibia #1

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Namibia #1
 


ich möchte

ein paar Erinnerungen aufschreiben, möchte Namibia festhalten, unser Namibia, mein Namibia, dieses wundervolle Namibia. Es durch meine Finger rinnen lassen, solange der Sand noch warm ist, rotgolden glitzernd auf meiner Haut. Möchte jedes Sandkorn vor meinen Augen haben – als Teil einer Düne, einer von so vielen. Als Teil von allem, Teil vom Ganzen. Und immer in Bewegung, nie gleich, immer anders, aber immer da.
Und immer wieder möchte ich durch diese Düne gehen, immer wieder über den Sand rennen (barfuß, weil man dann die Sonne spürt), immer wieder unzählige Körner von einer Hand in die andere gleiten lassen, sie beobachten. Immer wieder meine Füße darin vergraben, immer wieder fühlen. Namibia, Afrika fühlen. Atmen, Hören, Sehen, Schmecken. Afrika sein.

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Namibia – Tag 1

Was ich als erstes gesehen habe: die Sonne. Irgendwo über Nordafrika, gegen 7 Uhr und damit lange vor meiner Landung. Ich weiß nicht genau wo das war, aber das ist auch ganz egal. Was zählt: es war. Und es war so schön. Ich so zerknittert vom Flug aber so voller Danke, voller Vorfreude. Ich so müde und mein Herz so wach.
Namibia. Namibia von oben sieht aus wie ein Gemälde aus erdigen Farben. Und grün – hier und da. Es sieht aus, als hätte jemand den Pinsel ein wenig tanzen lassen, ganz gezielt eine Struktur erzeugt; eine Bewegung – nie gleich, immer anders – hier und da. Namibia von oben sieht aus wie ein Gemälde. Und es ist wunderschön und aufregend.
Raus aus dem Flieger, der warmen Luft entgegen. Angestrahlt werden und zurückstrahlen. Danke! Sonne. Shorts. Schwester, meine Schwester Momo.
Momo. Und ihr Afrika. Endlich.

Namibia – Tag 3

Namibia Tag 3 heißt auch: Jahr 2017, Tag 365. Und es fühlt sich so gar nicht so an. 2017 war spannend, ereignisreich und ganz allgemein ein ziemlich großartiges Jahr. Aber heute, heute ist es so weit weg. Dieses 2017 ist so weit weg wie: Berlin – Bangkok, Berlin – Miami, Berlin – Málaga, München – Windhoek. Oder alles zusammen. Dieses Jahr endet mit einem Gottesdienst, mit Musik bei All Nations Windhoek. Mit einem letzten Kaffee für 2017. Mein Jahr endet bei 35° und mit einem friedlichen Spaziergang am Avis Dam, menschenleer und so ruhig – nur Momo und ich und Afrika. Tag 3 endet barfuß; 2017 endet barfuß. Zwischen Kerzen und Lichterketten auf künstlich sattem Grün im Garten. Mit Pizza unter einem gigantischen, hell strahlenden Mond. So nah, so da, so Afrika. .

Namibia – Tag 4

Namibia Tag 4 heißt auch: Jahr 2018, Tag 1. Wir fahren ein Stück raus aus der Stadt, Richtung Nordosten. Und machen einen so ganz anderen Neujahrsspaziergang:  bei Mittagshitze und durch raue, nackte, wunderbare Natur, über Steine, durch Staub. Fremd und vertraut zugleich. Ich fühle mich so angekommen; nicht in 2018, aber in Afrika, im Hier. Aufregend, neu und vertraut zugleich. Wir fahren den Game Drive – 6.5km und: mein erster Ride auf Gravel Pad, Zebras und Gnus am Straßenrand (und Kühe und Wüstenschweine). 2018 fängt an mit einem kleinen Sonnenbrand und was gibt es für einen schöneren Tag für einen Sonnenbrand als einen 1. Januar? Mein Jahr fängt an mit Wäsche waschen und Packen für unseren Roadtrip. Und was gibt es für einen schöneren Grund zum Wäsche waschen und Packen als einen Roadtrip in Afrika?